CBD-Branche boomt

Das Kraut der Krise


Das «Cannabis Light» erlebt seit Corona ein neues High.


Kurz vor Silvester erschien auf Instagram das Foto einer kleinen Flasche mit gelblichem Inhalt und Hanfblatt-­Etikett. Die Frau, die das Bild der Tinktur auf der ­Onlineplattform gepostet hatte, schrieb dazu: «Entspannung nach diesem Jahr dringend nötig!»


Nachfrage hat sich verdoppelt

Seit dem Corona-­Ausbruch verzeichnen Produzenten von Cannabidiol (CBD) Rekordumsätze. Louis-Philippe Escudié von der Firma Holyweed sagt: «Seit letztem Herbst hat sich die Nachfrage verdoppelt!» Seine Firma, gegründet vom Walliser Hanfpionier Bernard Rappaz, freue sich über die Neukunden: «Auffällig viele Eltern, die durch Einschränkungen strapaziert sind. Sie kaufen meistens Tropfen, weil sie nicht vor dem Kind Joints drehen wollen.» Die Festtage und der damit verbundene Stress hätten das Interesse noch gesteigert.

CBD-Boom auch beim ­solothurnischen Grossproduzenten Marry Jane: «Es fällt auf, dass seit Corona ein grösseres Interesse ­besteht», sagt Co-Gründer Mischa Gribi. «Als wir die Läden wieder öffnen durften, bemerkten wir, dass sich die Leute während des Lockdowns, als wir alle mehr Zeit zu Hause verbrachten, damit befasst hatten: Die Bestellmengen schnellten in die Höhe.»

Gestresste greifen zu den Tröpfchen



Hanf-Onlineshops profitieren doppelt: Während des Lockdowns orderten Kunden bei hanfpost.ch doppelt so viel Öle und ähnliche Produkte. Das Geschäft floriert auch, weil viele Menschen die Läden wegen des Virus meiden.

Was steckt hinter der grossen Nachfrage? Michael Rüegg vom Branchenverband IG Hanf: «Wer sich gestresst oder ängstlich fühlt, greift vielleicht eher zu Tröpfchen, beispielsweise, um besser einzuschlafen. Andererseits wurde der Hanf-Schwarzmarkt durch die Grenzschliessungen stark eingeschränkt. Wenn die Vorräte sich dem Ende zuneigen, strecken die ­einen oder anderen Kiffer ihre Mischung vermutlich mit legalen CBD-Blüten oder steigen ganz um.»

Doping für schwierige Zeiten?

CBD als Doping für schwierige Zeiten – ist das empfehlenswert? Philippe Luchsinger, oberster Schweizer Hausarzt, rät ab: «Der Griff zum Hanf ist keine gute Lösung. Spaziergang oder Sport im Freien sind um einiges nachhaltiger.» Christopher Schütz, Vizepräsident des Suchthilfe-Verbands Addiction Psychology Switzerland, befürchtet: «Verschärfen sich psychische Probleme oder ­halten diese über einen längeren Zeitraum an, kann der Konsum von CBD bessere Lösungen hinauszögern – etwa die Konsultation eines Psychologen.»

Jenseits des Atlantiks ­übrigens boomt derweil das Gras mit dem psycho-­aktiven THC-Hanf. Laut US-Medien ist der Verbrauch von Marihuana in Staaten, wo der Konsum ­legal ist, seit Corona geradezu explodiert.

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