Hier liegen die Milliarden, die Deutschland so nötig bräuchte


Eine Cannabis Legalisierung in Deutschland könnte mehr gegenwärtige Probleme lösen als auf den ersten Blick ersichtlich.

Dabei stehen natürlich zunächst die offensichtlichen Vorteile der Entkriminalisierung von Cannabis im Vordergrund – für jugendliche und junge Straftäter, ob Konsumenten oder Dealer; für das ohnehin überlastete Rechtssystem; für Exekutive und Vollzugsanstalten. Potenzielle Gesundheitsschäden durch verunreinigtes Marihuana wären ein Problem der Vergangenheit; Jugendliche kämen nach der Legalisierung von Cannabis nicht mehr in Kontakt mit Händlern, die tatsächlich toxische und Sucht erzeugende Drogen anbieten; Drogenkarrieren begännen gar nicht erst. Ein Großteil des Dealer-Milieus würde austrocknen.


Doch abgesehen hiervon zeigen die Beispiele aus Colorado oder Washington, dass einem Staat ohne die vollständige Legalisierung von Cannabis Milliarden an Zusatzeinnahmen jährlich entgehen. Hier wird ein kompletter Wirtschaftszweig behindert, der nicht an milliardenschwere Investitionen in High-Tech oder komplexe Innovationen gekoppelt ist, der keines wissenschaftlichen Forschungsvorlaufs bedarf, der nachhaltig und Ressourcen schonend gestaltet werden kann, Kleinunternehmer und Mittelständler fördert und auch ungelernten Arbeitskräften nennenswerte Perspektiven bietet.

Es gibt wohl kein anderes Produkt als Cannabis, was so einfach innerhalb eines Jahres eine komplette Branche aus dem Nichts stampfen könnte – bei einer bereits bestehenden Zielgruppe mit solider Kaufkraft.

Die Legalisierung von Cannabis bedeutet nicht nur zusätzliche Steuereinnahmen in Milliardenhöhe, sondern auch die Neuentstehung zuvor nicht vorhandener Jobs. In Colorado entstanden Zehntausende neuer Arbeitsplätze – eine Währung vor allem für junge Menschen ohne akademische Ausbildung, die in den nächsten Jahrzehnten wertvoller sein wird als Bargeld.

Dabei scheint Gesetzgebern und politischen Akteuren oft nicht klar zu sein, wie vielschichtig die Weed-Branche in all ihren Facetten eigentlich ist. Die Legalisierung von Cannabis würde nicht nur aus Dealern legale Händler machen und ein paar Züchter aus den Schatten ihrer kriminellen, landwirtschaftlichen Betätigungen befreien. Aus der Legalisierung von Cannabis erwächst eine ganze Reihe von Jobs, zu denen diejenigen, die von dem sich entwickelnden Marihuana-Tourismus profitieren würden, noch nicht einmal einberechnet sind.

Nicht alle davon sind exzellent bezahlt. Aber sie bieten einer ganzen Reihe Menschen Arbeit, generieren Gewerbesteuer und Ausbildungsplätze und bieten sich zum Teil auch für Langzeitarbeitslose und ungelernte Arbeiter an – wie ja theoretisch auch jeder „Budtender“ werden kann, der/die eine gute Nase hat und individuell und empathisch auf Kundenbedürfnisse eingehen kann. Die Bandbreite der Cannabis Jobs ist fast unerschöpflich


Cannabis kann für eine außergewöhnliche Breite an Krankheiten und Symptomen eingesetzt werden. Nach der Cannabis Legalisierung ist die therapeutische Anwendung längst nicht mehr auf die heute zugelassenen, in der Apotheke erhältlichen Arzneimittel beschränkt. Stattdessen können auch Cannabis-Konzentrate zum Einsatz kommen, wie etwa Hasch-Öl, Cannabis-Tinkturen oder Resultate anderer Extraktionsprozesse. Diese im höchsten Reinheitsgrad aus ausgezeichneten, hoch-potenten Pflanzen in gleichbleibender Qualität und Stärke herzustellen, wird einen ganz eigenen Produktionszweig aufblühen lassen, zu dem Labore und deren Einrichtungen sowie die Entwicklung entsprechender Technologien gehören.

Nicht zuletzt Glasmacher und die Hersteller von E-Zigaretten werden sich über die damit einhergehende Markterweiterung freuen. Die Legalisierung von Cannabis entlässt ein Produkt auf den Markt, das nicht nur in Hanf-Shops als Marihuana oder Hasch verkauft zu werden braucht. In Denver beispielsweise haben sich ganze Cafés, Bäckereien, Eisdielen oder Restaurants auf die Verarbeitung von Marihuana in Lebensmitteln spezialisiert. Gleiches gilt für den Online-Versand von länger haltbaren Backwaren oder konservierte Lebensmitteln mit potenten Inhaltsstoffen.

Potente Erdnussbutter-Cookies, fertig für den Versand

Zwar wird dieser Industriezweig gerade in Deutschland wahrscheinlich diffizil sein, Cannabis Legalisierung hin und her. Wir (und die EU) haben immer schon großen Wert auf die genaue Auszeichnung unserer Nahrung gelegt – hier wird für den THC-Gehalt und verwandte Werte eine völlig neue Skala gefunden werden müssen. Dann aber bietet diese Darreichungsform eine geradezu unbegrenzte Einnahmequelle für findige Gastronomen und Lebensmittelhersteller.

Sehr viele Jobs werden rund um die Zucht, Anzucht und die Landwirtschaft der Cannabispflanzen entstehen. In den meisten Fällen werden diese in Innenräumen gezüchtet werden und auf diese Weise auch keine wertvollen Ackerflächen okkupieren.


Hier sind Biologen genauso gefragt wie Gärtner, aber auch Hilfen bei der Pflanzenversorgung und Ernte, sowie der anschließenden Verarbeitung, wie etwa dem Einleiten und beobachten des Trocknungsprozesses.

Ebenfalls hinzu kommt die Produktion des notwendigen Equipments wie speziellen Pflanzenlampen etc. Auch der Pflanzenschnitt ist extrem wichtig für die Qualität des resultierenden Produkts. Je nach Kunden und Verwendung müssen die Blüten sorgfältig entfernt oder die groben Blätter ausgesondert werden, bevor die ganze Pflanze getrocknet wird.

Anders als bei vielen anderen landwirtschaftlichen Produkten wird die Legalisierung von Cannabis überdurchschnittlich viele Eigenanbauer nach sich ziehen. Daher bildet sich der Samen- und Equipmentverkauf für die persönliche Zucht in Ländern mit Cannabis Legalisierung schnell zu einem eigenen Branchenzweig heraus.

Weitere Einnahmequellen und Gelegenheiten für Entrepreneurship erstrecken sich auf die gesamte Tourismusbranche sowie die Event-Planung, sei es nun für Endverbraucher oder im Business-to-Business Bereich.

Will auch organisiert sein: „420 in the Streets“, ein Cannabis-Straßenfest in Colorado

Natürlich wird mit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland auch eine weitere Einstellung von administrativen Posten notwendig, ob innerhalb der Verwaltung oder bei Krankenkassen.

Die Cannabis Legalisierung wäre eine zukunftsfähige, politische Entscheidung

Ich stelle mal eine kontroverse Frage in den Raum: Wie lange kann sich ein Land wie Deutschland, das auf unabsehbare Zeit vor einem unvorhergesehenen finanziellen Mehraufwand in Milliardenhöhe steht und zudem schnell neue Jobs schaffen muss, die nicht staats-subventioniert sind und auch ungelernte Arbeitnehmer berücksichtigen müssen, noch die Illegalität von Cannabis leisten?

Wir haben in den letzten Monaten eine beispiellose humanitäre Leistung gestemmt, die Deutschland zum sozialen Vorbild in Europa hat werden lassen, ungeachtet der vielen ambivalenten Einzelentscheidungen. Nun muss unser Haushalt die Folgekosten auf eine Art und Weise finanzieren, die die xenophoben Tendenzen in unserer Gesellschaft und die Angst des „besorgten Bürgers“ nicht noch weiter füttert.

Man mag mir vorwerfen, ich würde Dinge verknüpfen, die in keinem Kausalzusammenhang stehen. Aber ähnlich wie mit der Energiewende und dem Umgang mit der Flüchtlingskrise hätte Deutschland auch in der Frage der Cannabis Legalisierung eine historische Chance, der Welt zu zeigen, wie Vernunft über Ideologien siegen kann – in diesem Fall mit dem unmittelbar eintretenden „Nebeneffekt“, mit einer einzigen legislativen Entscheidung die Mehrkosten beider anderer Entscheidungen gleich mitzufinanzieren.

Ich frage mich ernsthaft, ob es angesichts der inzwischen statistisch wie wissenschaftlich belegten Bedenkenlosigkeit einer Legalisierung von Cannabis nicht sogar verfassungsbrüchig ist, diesen Wirtschaftsmotor in Zeiten erhöhten finanziellen Bedarfs weiter durch nicht mehr belastbare, rein ideologische Gründe zu bremsen.

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