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Kiffend in die Psychose

Das Gefühl von Wärme und Geborgenheit war lang ersehnt. Im Dunst des langsam verbrennenden, süßlich riechenden Marihuanas fühlte sich Finn Berger* endlich frei. Frei von den quälenden Gedanken und frei von der Anspannung, die sich seit Monaten durch sein Leben zogen. "Ohne die Drogen hätte ich das nicht geschafft", sagt der 18-Jährige. "Ohne sie wäre ich vielleicht gar nicht mehr am Leben."



Berger war 15, als sich seine Mutter das Leben nahm und er zu seinem ersten Joint griff. "Damals hatte ich keine Ahnung vom Leben und erst recht nicht davon, wie ich mit meinen Gefühlen umgehen soll", sagt er. Er erinnert sich an die künstlichen Momente des Glücks, bevor sein Leben aufs Neue vollständig zusammenbrach, weil er sich unwissend selbst langsam zerstörte. Berger verfiel dem Cannabis. Jener Droge, die als weich gilt und deshalb von vielen unterschätzt wird.*

"Cannabis ist ein sehr großes Problem unserer Gesellschaft", sagt der Psychiater Rainer Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Kaum jemandem seien die schwerwiegenden Folgen regelmäßigen Konsums bewusst, "insbesondere jungen Menschen in der Pubertät nicht", sagt er.

Gerade in dieser Phase, in der sich das Gehirn junger Menschen noch entwickelt, können Drogen, wie Cannabis, das Risiko noch erhöhen, eine psychische Störung zu entwickeln. Nahezu jeder dritte 14- bis 17-Jährige in Deutschland hat Cannabis mindestens einmal probiert. Für die meisten bleibt es beim einmaligen oder seltenen Joint. Andere wie Berger kiffen regelmäßig. "Jugendliche sehen die Droge als Lösung, um ihrem Alltag zu entfliehen. Eine Sackgasse," sagt Thomasius. Diejenigen, die zu viel konsumieren, können in eine Entwicklungsstörung hineinschlittern. Fünf bis sechs Prozent aller Jugendlichen entwickeln sogar ernsthafte psychische Störungen im Zusammenhang mit dem

illegaler Drogen.

"Wieso sollte etwas so Wunderbares schlecht sein?"


"Als ich das erste Mal an einem Joint gezogen hatte, hab ich nicht verstanden, warum die Erwachsenen Drogen immer so verteufelten", sagt Berger. "Drogen sind schlecht, Drogen machen abhängig", habe er zwar zu Hause und in der Schule oft gehört. "Doch es hat sich so gut angefühlt – wie sollte etwas so Wunderbares schlecht für mich sein?"


Ein folgenschwerer Irrtum. Hatte ihm anfangs noch ein halbes Gramm Marihuana am Tag gereicht, brauchte er später bis zu fünf Gramm am Tag. "Da kam ich leicht auf 600 bis 700 Euro pro Monat", sagt Berger. Irgendwann habe er die Rauschwirkung gar nicht mehr gespürt, sondern die Drogen gebraucht, um normal zu sein, um sich überhaupt nach draußen zu trauen. Er war süchtig. So paradox es klingt – seine Rettung waren schließlich der Schulabbruch und der Rauswurf von zu Hause, sagt er heute. "Da wusste ich, dass ich aufhören wollte. Aber ich konnte das nicht alleine schaffen."

Seit wenigen Wochen ist er nun in der geschlossenen Station einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche. Dort lernt er, auch ohne Drogen klarzukommen – es ist bereits sein dritter Entzug. Entzug bedeutet Schlaflosigkeit, schwitzen, obwohl man friert, Angstzustände verbunden mit enormen Stimmungsschwankungen. "Ich kann mich heute nicht mehr so gut konzentrieren wie früher", sagt Finn Berger. Er weiß: Die Drogen werden langfristig Spuren hinterlassen.

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