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WHO-Expertenkomitee empfiehlt die Rückstufung von Cannabis in der Listung kontrollierter Substanzen

Wie erwartet konnte das Expertenkomitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht länger die Augen davor verschließen, dass die Klassifizierung von Cannabis als ganz besonders gefährliche Droge ein Irrtum ist. Lange hat’s gedauert mit der Einsicht, dass die Einstufung von Cannabis in der restriktivsten Kategorie nicht im Einklang mit den Kriterien für jene Substanzen steht, die für diese Kategorie vorgesehen sind. Aus Angst, weite Teile der Weltbevölkerung mit dieser völlig überraschenden Erkenntnis zu verunsichern, hielten sich die WHO-Experten mit der Veröffentlichung der Expertise zurück.Doch nun ist es passiert: Mit Poststempel vom 24. Januar sandte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus die Empfehlungen des Expertenkomitees an UN-Generalsekretär Antonio Guterres – mit der Bitte, über die gewünschten Korrekturen der Klassifizierung von Cannabis in den UN-Gremien abstimmen zu lassen. DHV-Chef Georg Wurth sieht in dem Vorgang „einen Meilenstein in der Geschichte der weltweiten Cannabisdebatte“. Der DHV verweist auf die Empfehlung der WHO-Experten, CBD-Präparate unter einem THC-Gehalt von 0,2 Prozent gänzlich aus dem Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel zu streichen. „Angesichts der aktuell zahlreichen Beschlagnahmung von Nutzhanfblüten in Deutschland ist außerdem die Forderung der WHO wichtig, dass der Handel mit solchen Produkten keiner Einschränkung unterliegen sollte“, so Wurth.Dass die von der Expertenkommission empfohlene Umstufung von Cannabis nichts am Elend vieler Millionen kriminalisierter Menschen ändert, die aus Spaß etwas potenter kiffen, kommentiert der DHV nicht. Ein Meilenstein sähe anders aus. Denn für Otto-Normal-Hänfling macht es keinen Unterschied, ob Cannabis mit einem THC-Gehalt von über 0,2 Prozent im separaten Arzneimittelvertrag von 1971 in der Tabelle IV oder in der Tabelle I des Einheitsabkommen über Betäubungsmittel von 1961 gelistet wird. Verboten bleibt verboten. Zwar könnte die WHO endlich den medizinischen Nutzen der Hanfpflanze anerkennen, verweigert aber weiterhin der Weltbevölkerung ihren Segen für den Konsum zu Genusszwecken. Die Empfehlung der WHO-Expertenkomitees ist daher nur ein bisschen Kosmetik an den Grenzsteinen der Cannabisprohibition, die den Grenzverlauf zwischen Gut und Böse etwas begradigen soll. Ein Meilenstein wäre es gewesen, wenn die WHO-Experten angeregt hätten, Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) wie Nikotin und Alkohol einzustufen – also überhaupt nicht als reglementierte Substanz zu listen. Doch diesen Mut hatten die WHO-Drogenexperten nicht. Vielmehr wurde mit der weichgespülten Expertise die Hanfprohibition für weitere etliche Jahre in Stein gemeißelt. Die positiven Auswirkungen der empfohlenen Änderungen sind marginal, da es allen UN-Mitgliedsstaaten weiterhin offiziell untersagt bleibt, in Eigenregie Cannabis zu Genusszwecken freizugeben. Die Verschleppungstaktik der WHO deutet darauf hin, dass die Apparatschiks der Vereinten Nationen wenig Handlungsbedarf sehen, das Hanfverbot in naher Zukunft aus der Welt zu schaffen. Die Widerstände gegen eine vernünftige Cannabispolitik sind in der WHO und der UN einfach zu groß. Dass selbst kleinste Lockerungen auf wenig Gegenliebe stoßen, zeigt die verspätete Übermittlung der Empfehlungen der Experten an die UN-Suchtstoffkommission. Eile ist in der Cannabis-Debatte bei den meisten Vertretern der 53 berufenen Mitgliedstaaten nicht erwünscht. Insbesondere China, Russland, Deutschland und andere legalisierungsfeindliche Staaten werden sich Bedenkzeit ausbitten, um die Empfehlung auf Herz und Nieren zu prüfen und zum Nachteil der eigenen Bevölkerung abzuwägen. Auch ist unklar, wie sich die wankelmütige Trump-Administration positioniert. Bei allem Hype um die WHO-Expertise zur halbherzigen Umstufung von Cannabis sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass – wenn vielleicht 2020 darüber in den UN-Gremien abgestimmt wird – auch ein negatives Abstimmungsergebnis möglich ist. Wohl aber bleibt die Hoffnung, dass die UN-Gremien wenigstens eine kleine Duftmarke in Richtung Cannabis-Enttabuisierung setzen und auf den Minimalkonsens eingehen. Denn das ist durchaus als formelle Anerkennung des medizinischen Nutzens des ältesten Heilkrauts der Welt zu werten. Und wer weiß: Vielleicht ermuntert ja das Schneckentempo der WHO einige Länder, der Dreistigkeit Kanadas, Uruguays und Luxemburgs zu folgen und in der Cannabis-Frage eigene, schnellere Wege gehen.


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